Human Basis Projekt
Aktueller Level: Forschung / W-Theorie
Ockhams Rasiermesser

Bei Diskussionen in der Wissenschaft allgemein und vor allem in deren Grenzbereichen stößt man immer wieder darauf – Ockhams Rasiermesser. Es ist ein sehr hilfreiches Instrument bei der Gestaltung von Ideen und Theorien. Auch ich selbst benutze es gerne weil es mich vor Ausschweifungen bewahrt und verhindert, dass meine Überlegungen ihre Richtung verlieren.


http://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser


Zitat Wikipedia: „Ockhams Rasiermesser bezeichnet heute das Sparsamkeitsprinzip in der Wissenschaft. Es besagt, dass von mehreren Theorien, die den gleichen Sachverhalt erklären, die einfachste zu bevorzugen ist. Die englische Bezeichnung lautet Occam’s Razor (oder auch parsimony), die lateinische novacula Occami, die traditionelle deutsche Ockhams Skalpell; bei E. B. de Condillac findet man 1746 die französische Formulierung rasoir des nominaux. Diese Regel wurde zwar nach Wilhelm von Ockham (1285–1349) benannt, die Idee selbst ist jedoch sehr viel älter und reicht zurück bis Aristoteles. Ockham selbst hat nie ausdrücklich ein solches Prinzip aufgestellt und benannt, sondern es eher implizit in seinen Schriften gebraucht. Die Bezeichnung Ockhams Rasiermesser für das Sparsamkeitsprinzip taucht spätestens in der lateinischsprachigen philosophischen Literatur des 16. Jahrhunderts auf. Im 19. Jahrhundert ist der Ausdruck beim Mathematiker William Rowan Hamilton und in der u. a. von John Stuart Mill geführten Diskussion um dessen Wissenschaftstheorie schon ein fester und geläufiger Begriff.“


Beispiel Wikipedia: „Nach einem Sturm sieht man einen umgefallenen Baum. Aus den Beobachtungen „Sturm“ und „umgefallener Baum“ lässt sich die einfache Hypothese ableiten, dass „der Baum vom starken Wind umgeweht“ wurde. Diese Hypothese erfordert nur eine Annahme, nämlich dass der Wind den Baum gefällt hat, nicht ein Meteor oder ein Elefant. Die alternative Hypothese „der Baum wurde von wilden, 200 Meter großen Außerirdischen umgeknickt“ ist laut Ockhams Rasiermesser weniger hilfreich, da sie im Vergleich zur ersten Hypothese mehrere zusätzliche Annahmen erfordert. Zum Beispiel die Existenz von Außerirdischen, ihre Fähigkeit und ihren Willen, interstellare Entfernungen zu bereisen, die Überlebensfähigkeit von 200 m hohen Wesen bei irdischer Schwerkraft usw.“


Dieses Rasiermesser hat aber auch einen eindeutigen Nachteil. Denn wendet man es zu oft und vor allem zu stark an, so kommen alle Überlegungen zum erliegen. Oder anders ausgedrückt: Wenn ich in der Betrachtung eines Phänomens genug vereinfache und damit genug weg lasse, dann ergibt sich oft genug eine Erklärung. Um beim genannten Beispiel zu bleiben wird eine nahe liegende Verbindung zwischen einem Sturm und einem umgefallenen Baum hergestellt. Der einzige echte Beweis dafür ist aber nur der am Boden liegende Baum und nicht mehr. Die Erfahrung sagt zu Recht, dass es sehr wahrscheinlich der Sturm war, was aber so nicht stimmen muss und auch keinen Beweis darstellt. Betrachtet man Stürme im Allgemeinen etwas näher, dann kommt einem die Idee, das die mit Stürmen oft einher gehenden starken Regenfälle den Boden so weit aufgeweicht haben können das der Baum seinen Halt verloren hat. Auch das passt zu dem liegenden Baum und ist ähnlich wahrscheinlich wie der Sturm selbst oder auch die Zusammenarbeit der Faktoren Wind und Wasser.


Genau diesen Effekt beobachtet man zurzeit überall in der Diskussion über die aktuellen Grenzbereiche der wissenschaftlichen Welt. Man sieht diesen Baum liegen, ist schnell auf die Erklärung „Sturm“ gekommen und weigert sich dann auch einmal Gedanken über „Regen“ zu machen da man ja eine Erklärung zu haben glaubt. Ich halte dies für voreilig und falsch. Denn wenn es einen guten Grund dafür gibt weiter über diesen Baum nachzudenken, dann verhindert jede voreilige Begrenzung der Möglichkeiten eine sinnvollere Erklärung. Ockhams Rasiermesser ist ein hervorragendes Instrument das einem gut voran bringen kann, aber wenn man zu oft und zu stark benutzt schneidet man sich selber von jeder neuen Erkenntnis ab. Und je komplizierter ein Sachverhalt ist, umso schneller ist dies passiert. Bei einem Baum sind 5 bis 10 Faktoren zu beachten, bei einem Menschen und seinem Erleben sind es mehrere Tausend Faktoren. Schließt man nur einen Faktor voreilig aus kann das Ergebnis einer Überlegung „falsch“ sein im Sinne von „unvollständig“ bis „offensichtlich unbrauchbar“.


Ich habe versucht Ockhams Rasiermesser zu beherzigen ohne einen Faktor zu übersehen. Zunächst hat dies nur zu weiteren Puzzelteilen geführt ohne ein Bild zu ergeben. Dann begann ich wie in der Mathematik nach Gemeinsamkeiten zu suchen und habe angefangen zu kürzen wie in einer Gleichung. Am Ende blieben nur ganze zwei Faktoren oder auch begründete Annahmen in der W-Theorie übrig, die aus den Puzzelteilen der Wissenschaft, der Esoterik und der Philosophie ein zusammenhängendes Bild machen. Und seither habe ich noch kein Puzzelteil entdeckt, das nicht in dieses Bild passt.



Augen Auf Und Los!